TERMINE

Was uns bleibt, wenn Maschinen immer mehr übernehmen

Oct 22, 2026
Achtsame Berührung im Retreat

 

 

Die Zukunft braucht Menschen, die fühlen können

Gestern haben wir darüber gesprochen, welche Jobs und Tätigkeiten in Zukunft noch gebraucht werden. Ein Gespräch über künstliche Intelligenz, über Berufe, die sich verändern, und über Menschen, die sich neu orientieren müssen.

Während wir darüber nachdachten, wurde uns bewusst, wie schnell unsere Aufmerksamkeit bei den äusseren Fragen landet: Was können Maschinen übernehmen? Welche Fähigkeiten werden für uns wichtig? Was müssen wir lernen, um weiterhin unseren Platz zu finden? Und wie wenig Raum dabei oft das bekommt, was all diese Veränderungen in uns auslösen.

Denn hinter der Frage nach der beruflichen Zukunft steht ein Mensch. Jemand, der über Jahre etwas aufgebaut hat, der eine Aufgabe erfüllt und darin auch einen Teil seiner Identität gefunden hat. Wenn diese Aufgabe plötzlich infrage steht, berührt das weit mehr als den nächsten Karriereschritt. Es berührt das Gefühl, gebraucht zu werden, dazuzugehören und etwas beitragen zu können. Die Frage «Was mache ich jetzt?» reicht dann tief hinein in die Frage «Wer bin ich, wenn das wegfällt?».

Wir glauben, dass hier eine der grossen menschlichen Aufgaben und Berufe der kommenden Zeit liegt. Während wir lernen, mit neuen Technologien umzugehen, müssen wir auch lernen, mit dem umzugehen, was sie in uns bewegen. Mit der Angst, den Anschluss zu verlieren. Mit der Wut darüber, dass sich etwas verändert, auf das wir uns verlassen haben. Mit der Trauer um einen Lebensentwurf, der sich so nicht mehr fortsetzen lässt. Und mit der Hilflosigkeit, bereits weitergehen zu sollen, obwohl innerlich noch gar kein Boden für den nächsten Schritt da ist.

Aus unserer Arbeit kennen wir diese Momente. Ein Mensch versteht, dass eine Veränderung ansteht, und kann sich trotzdem nicht auf sie einlassen. Im Gespräch entstehen Ideen, doch im Körper zieht sich alles zusammen. Der Atem wird flach, der Bauch eng, die Gedanken kreisen um dieselben Befürchtungen. Dann begegnen wir einer Erfahrung, die sich mit guten Argumenten allein kaum erreichen lässt. Der Körper braucht Zeit, Kontakt und die Möglichkeit, das zu fühlen, was bisher keinen Raum hatte.

Wie sollen wir offen in eine Zukunft gehen, wenn wir unsere ganze Kraft dafür brauchen, die Angst vor ihr zurückzuhalten?

Solange wir innerlich um unser Überleben kämpfen, wird unser Blick eng. Wir greifen nach vertrauten Lösungen, halten an dem fest, was uns bisher getragen hat, und versuchen, möglichst schnell wieder Kontrolle zu gewinnen. Das ist verständlich. In diesem Zustand fällt es jedoch schwer, etwas Neues entstehen zu lassen. Kreativität braucht einen gewissen Spielraum. Es braucht die Erfahrung, auch mit einer offenen Frage da sein zu können, ohne sich selbst darin zu verlieren.

Dieser Spielraum kann wachsen, wenn wir wieder mit unserem Körper und unseren Gefühlen in Verbindung kommen. Wenn Angst ausgesprochen werden darf, ohne dass sofort jemand versucht, sie wegzumachen. Wenn Wut einen bewussten Ausdruck findet und Trauer nicht übersprungen werden muss. Wenn ein Mensch erlebt: Ich kann das fühlen, und ich bin dabei nicht allein. Aus solchen Erfahrungen kann ein Vertrauen entstehen, das uns auch dann trägt, wenn wir noch nicht wissen, wie es weitergeht.

Für uns ist das eine sehr konkrete Form von Zukunftsfähigkeit. Sie zeigt sich darin, dass wir Unsicherheit begegnen können, Hilfe annehmen, unsere Grenzen wahrnehmen und neue Schritte ausprobieren. Darin, dass wir spüren, was uns entspricht, statt aus Angst jede beliebige Richtung einzuschlagen. Und darin, dass wir mit anderen in Kontakt bleiben, auch wenn wir selbst gerade keine fertigen Antworten haben.

Die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz bringen uns deshalb auch zu einer Frage nach unseren menschlichen Fähigkeiten. Wenn wir Aufgaben abgeben können, die viel Zeit und gedankliche Energie beanspruchen, wofür möchten wir den entstehenden Raum nutzen? Welche Aufmerksamkeit schenken wir unserem Erleben, unseren Beziehungen und der Art, wie wir zusammenleben wollen?

In unseren Gefühlen liegt eine Orientierung, die wir oft erst wieder kennenlernen müssen. Wir können wahrnehmen, wo wir uns übergehen, wo etwas zu viel wird, wo wir uns verschliessen und wo Leben in uns aufkommt. Der Körper lässt uns erfahren, wie wir auf eine Situation antworten, lange bevor wir dafür klare Worte finden. Dieser Wahrnehmung zuzuhören, sie zu verstehen und verantwortungsvoll mit ihr umzugehen, ist eine Fähigkeit, die durch eigene Erfahrung reift.

Und dafür braucht es Menschen, die solche Räume öffnen können.

Menschen, die bei Verunsicherung präsent bleiben, die Schutz respektieren und erkennen, wann ein Prozess Zeit braucht. Menschen, die andere darin unterstützen, wieder Kontakt zu ihrer eigenen Wahrnehmung zu finden. In körpertherapeutischer Arbeit kann Berührung ein Zugang sein; ebenso können ein Gespräch, eine bewusste Bewegung oder ein gemeinsam ausgehaltener Moment der Stille etwas in Bewegung bringen. Entscheidend ist die Qualität des Kontakts und das Gespür dafür, was dem einzelnen Menschen gerade entspricht.

Wer bereits Menschen begleitet, kennt die Momente, in denen hinter einem scheinbar klaren Anliegen etwas Tieferes sichtbar wird. Jemand kommt wegen körperlicher Spannung, und plötzlich taucht Trauer auf. Eine berufliche Entscheidung führt mitten in die Angst vor Ablehnung. In einer Yogastunde wird spürbar, wie viel Anstrengung ein Mensch aufwendet, um sich selbst unter Kontrolle zu halten. Solche Momente brauchen Feingefühl, Erfahrung und ein Verständnis für die eigenen Möglichkeiten und Grenzen.

Hier setzt unsere Emotional Therapeutic Coach Ausbildung an. Wir möchten unsere Erfahrung aus über zwanzig Jahren Körpertherapie, emotionaler Arbeit und spiritueller Begleitung weitergeben und Menschen darin unterstützen, diese Zusammenhänge selbst zu erfahren. Gefühle wahrzunehmen, Schutzmechanismen zu verstehen, den Körper einzubeziehen und Prozesse so zu begleiten, dass der Mensch mit seinem Erleben mitkommen kann.

Darin sehen wir eine Arbeit mit Zukunft. Weil jede äussere Veränderung auch innerlich gelebt werden muss. Weil wir Menschen brauchen, mit denen wir unsere Angst teilen und unsere Zuversicht wiederfinden können. Und weil aus der Verbindung mit uns selbst eine andere Bereitschaft wächst, das Leben mitzugestalten.

Wir wissen nicht, welche Formen von Arbeit und Zusammenleben in den kommenden Jahren entstehen werden. Doch wir können heute beginnen, den Boden dafür zu stärken: in unserem Körper, in unserem Fühlen und in der Art, wie wir einander begegnen.

Wenn du diese Arbeit vertiefen und Menschen auf ihrem Weg begleiten möchtest, laden wir dich herzlich zu unserer Emotional Therapeutic Coach Ausbildung ein. Am Sonntag, 25. Oktober, beginnen wir online live. Ein spontaner Einstieg ist noch möglich.

Hier erfährst du mehr über die Ausbildung und kannst dich anmelden.

Pratibha & Kareem

Abonniere unseren Blog

Impulse, die berühren. Erkenntnisse, die dich erinnern. Inspiration & Tiefe in dein Postfach.

Mehr Inspirationen 

Ein Blog für tiefes Erkennen, ehrliches Fühlen und echtes Erwachen

Alle Blogartikel

What Remains When Machines Take Over More and More

Was uns bleibt, wenn Maschinen immer mehr übernehmen

Gefühle transformieren - Nein Danke!

Transforming Feelings? No Thanks!

Zwischen Kontrolle und Erschöpfung

Zwischen Kontrolle und Erschöpfung

Dem inneren Käfig entkommen

Escaping the Inner Cage

Den „Grip“ der Vergangenheit lösen:

Releasing the "Grip" of the Past

Die Erleuchtung, die das Leben vergisst

The Enlightenment That Forgets Life

mehr Blogbeiträge
Pratibha & Kareem
Pratibha & Kareem

Seit über 20 Jahren begleiten wir Menschen in emotionaler Heilung, Körperarbeit und Erwachen – in Zürich, Berlin, Bali, Goa, México und online. Wenn dich dieser Text berührt hat, sind wir gerne persönlich für dich da.

Weiterlesen

Das könnte dich auch berühren